Train your mind to to see the good in every situation oder die Geschichte vom Verneigen.

Im Herbst 2019 habe ich an einem buddhistischen Online-Meditationskurs teilgenommen. Es war das erste Mal, dass ich mich in einem solchen Format weitergebildet habe. Heute muss ich darüber schmunzeln. Denn damals wusste ich ja noch nicht, dass wir kurze Zeit später so ziemlich alles online machen würden. Der Kurs war damals sehr inspirierend für mich und ich denke oft daran zurück. In einer Einheit ging es um die Kultur des Sich-Verneigens. Wir Teilnehmenden wurden in der Meditation dazu angeleitet, uns vor allem zu verneigen, was sich in uns regt und bewegt. Es ging darum damit zu experimentieren, wie es sich anfühlt, sich zu ergeben, etwas einfach  anzunehmen wie es ist und nicht dagegen anzukämpfen. Sich der Ungeduld zu ergeben, der Angst, dem Frust, der Wut, der Trauer, der Langeweile, der Freude oder was auch immer sich in uns gerade auf die Oberfläche zubewegte. Sich zu Verneigen ist ein eindrucksvoll kraftvoller und zutiefst friedvoller Akt. Es entschärft die Situation und es besänftigt. Demut und Hingabe sind wichtige Begleiter dieser Praxis, denen es sich zu öffnen lohnt.

Die Seminarleiterin Tara Brach (eine großartige Lehrerin!) erzählte uns dazu beispielhaft folgende, wahre Begebenheit: Ein renommierter buddhistischer Meditationslehrer tritt vor ein volles Auditorium, um über Meditation zu sprechen. Er weiß noch nicht, dass er an einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung leidet. In dem Moment, in dem er zu sprechen beginnen möchte, ist alles weg. Er weiß nicht, warum all diese Menschen vor ihm sitzen, was er nun sagen oder tun soll, was seine Rolle ist, wer er überhaupt ist. Aber er erinnert sich an das Verneigen, an das sich der Situation zu ergeben. Also macht er einfach nur das. Er sagt: „Verwirrung“ und verneigt sich davor. Es sagt: „Angst“ und verneigt sich davor. Er sagt: „Herzklopfen“ und verneigt sich davor. Er verneigt sich so lange, bis es in ihm still geworden ist. Dann hebt er den Kopf und schaut in die Menschenmenge vor ihm. Er sieht berührte Gesichter und erntet großen Dank. Die Anwesenden im Saal hatten gelernt, was es heißt und wie es sich anfühlt, sich zu ergeben. Es gab nichts hinzuzufügen. 

 

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